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J.M. Gandon

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Winzer

Victor Gandon

Ort

Branscourt,
Montagne de Reims,
Champagne

Größe

5,5 ha,
davon 0,72 selbst vinifiziert

Terroir

Kalk, lehmige Sandböden, eich an Fossilien

Weinbau

biologisch und biodynamisch inspiriert

Victor Gandon steht exemplarisch für eine neue Generation in der Champagne: junge Winzer, die weniger bekannte Terroirs ernst nehmen, neu denken und kompromisslos sowie mit klarer Vision ihren eigenen Weg gehen. Das Ergebnis sind energetische Champagner, die niemanden nachahmen, sondern Champagner mit eigener Identität, geprägt von Herkunft, Charakter und Präzision.

 

Victor Gandon ist der Sohn und Enkel von Winzern und Weinbauern. Hauptberuflich arbeitet er als Leiter der Weinbergsforstwirtschaft bei einem großen Champagnerhaus. Parallel dazu hat er die Weinberge seiner Familie in Branscourt wiederbelebt, um unter eigenem Namen Champagner zu erzeugen. Der Name des Weinguts „J.M. Gandon“ ist eine Hommage an seinen Vater: Jean-Marie, der ab den 1960er-Jahren den Familienbetrieb im Vallée de la Vesle aufbaute. Bereits Victors Urgroßeltern pflanzten hier die ersten Reben. Obwohl Jean-Marie rund 5,5 Hektar Rebfläche bewirtschaftete, vinifizierte er nie einen Wein aus seinen eigenen Trauben. Erst mit dem Jahrgang 2020 vinifizierte sein Sohn Victor aus der Parzelle „L'Aubière“ den ersten Champagner der Familiengeschichte. Sein Projekt versteht Victor als Verbindung von Herkunft und Neuanfang. Derzeit vinifiziert er lediglich 0,72 Hektar der insgesamt 5,5 Hektar Rebfläche selbst. Langfristig ist es sein Ziel, die Parzellen Schritt für Schritt vollständig zu übernehmen und eigenständig auszubauen.

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Die Grundlage seiner Arbeit bilden biologische und biodynamische Bewirtschaftung sowie ein konsequenter Respekt gegenüber Natur und Terroir. Victor beschreibt seine Philosophie als einen „umsichtigen Weinbau, der auf die Natur hört und sich den klimatischen Bedingungen jedes Jahrgangs anpasst“. Auf Pflügen, synthetische Mittel und Pestizide wird vollständig verzichtet. Selbst der Einsatz von Kupfer im Weinberg bleibt auf ein Minimum reduziert. Im Keller werden die Weine mit minimalen Eingriffen gekeltert, um das Terroir zu respektieren. Eine pneumatische Presse wird verwendet, um die Trauben schonend zu pressen, und alle Fässer und Tanks werden durch Schwerkraft befüllt. Die Gärung erfolgt spontan unter Verwendung natürlicher Hefen, und auf Chaptalisierung und Mostkorrekturen wird konsequent verzichtet. Die malolaktische Gärung wird weder gefördert noch gehemmt. Der Wein reift 10 Monate auf der Hefe und weitere 2 Jahre in der Flasche, bevor er degorgiert wird. Auf Dosage und Schwefel wird vollständig verzichtet.

 

Die Parzelle „L'Aubière“, aus der „Les Pièces“ stammt, umfasst lediglich 0,31 Hektar. Sie ist zu 95 % mit Pinot Noir und zu 5 % mit Meunier bepflanzt. Der Meunier wurde näher am kleinen Fluss gepflanzt, der neben der Parzelle verläuft, um Schutz vor den frühen Frühlingsfrösten zu bieten, die das Tal heimsuchen. Die Reben wurden 1973 und 1974 mittels Sélection Massale auf lehmigen Sandböden gepflanzt, die reich an Fossilien von Turitella communis und Venericardia planicosta sind. Die nach Osten und Westen ausgerichteten Rebzeilen liegen auf rund 140 Metern Höhe in einem kleinen Flusstal.

 

„Les Pièces“ zeigt sich präzise und fokussiert, getragen von Spannung, Druck und bemerkenswerter Tiefe. Der Stil bleibt bewusst zurückhaltend: keine opulente Frucht, sondern Klarheit, Struktur und feine Textur. Im Mittelpunkt stehen Terroirausdruck, Finesse und Trinkfluss. Der warme Jahrgang 2022 verbindet reife Frucht mit saliner Spannung und vibrierender Energie.

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