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burgund vintage 2024 report

Ein Jahrgang für Liebhaber von Finesse.


Für viele Winzer:innen war 2024 ein besonders herausforderndes, teils katastrophales Jahr. Es brachte mitunter die niedrigsten Erträge, die viele unserer Produzent:innen jemals erlebt haben. Trotz der kleinen Menge überzeugt der Jahrgang mit geradlinigen und strahlenden Weißweinen sowie eleganten, zarten und duftigen Pinot Noirs. So manch einer spricht von einem Jahrgang wie früher.




Regen, Regen und Regen

2024 war ein ausgesprochen verregneter Jahrgang. Über die gesamte Vegetationsperiode regnete es durchschnittlich jeden dritten Tag. Die gesamte Region litt zwischen Juni und August unter rund 50 % mehr Niederschlägen als üblich. Die Folge waren massive Probleme mit Peronospora. Aber auch die Blütezeit wurde bereits vom schlechten Wetter beeinträchtigt; durch die daraus resultierende Verrieselung verloren ebenfalls viele Produzent:innen ihre Trauben. Besonders die Region zwischen Corton und Vougeot war von diesen andauernden Regenfällen betroffen. Der Pinot Noir rund um Nuits-Saint-Georges und Vosne-Romannée hat 2024 sicherlich am meisten gelitten.


Heterofene Erträge

Je nach Domaine und Appellation variieren die Erträge stark. Während die meisten Winzer:innen beim Chardonnay in der Côte de Beaune von 20 - 40 % Verlust sprechen, pendelt sich die Einbußen beim Pinot Noir in der Côte de Nuits irgendwo zwischen 60 - 90 % ein. In tiefer gelegenen Lagen wurden deutlich geringere Erträge erzielt. Erfolgreicher waren Parzellen am Hang, wo der Wind eine reinigende Wirkung hatte und die Ausbreitung von Mehltau reduzierte.

 

In biologisch bewirtschafteten Weingärten wurden oft mehr als 20 Spritzungen durchgeführt, in der Hoffnung, überhaupt noch Trauben zu retten (vgl. Camille Thiriet in 2024: 24 Spritzungen, in 2025: 11 Spritzungen). Der Mehltaubefall und die anhaltende Feuchtigkeit waren so schwerwiegend, dass es unter solchen Bedingungen vor 30 Jahren unmöglich gewesen wäre, Rotwein herzustellen.



Qualität.

In einem derart schwierigen Jahr können und müssen sich Produzent:innen beweisen. Fleiß, Zuversicht, Flexibilität und rigoroses Sortieren lauten die Zauberwörter des Jahrgangs. Daher können wir heute bei unseren Erzeuger:innen trotz aller Herausforderungen von sehr guten Qualitäten sprechen.

 

2024 ist ein regenreicher, aber nicht per se kühler Jahrgang, denn durch die andauernde Wolkenschicht im Sommer kühlte es in der Nacht nicht so stark ab. Somit wurde keine besonders hohe Zuckerreife erreicht. Die meisten Weine haben zwischen 12 und 12,5 Vol. %.

 

Während viele Journalist:innen in der breiten Masse, von uneinheitlichen, wenig gehaltvollen Rotweinen und einem begrenzten Alterungspotenzial sprechen, freuen wir uns auf duftige, rotbeerig und elegante Pinots sowie straffe und strahlende Weißweine. Weine, die für Understatement und Eleganz stehen. All das, was wir oft in den Weinen des Burgunds suchen, spiegelt der Jahrgang wider: Spannung, Eleganz und Präzision. Wir sind uns sicher: Sommeliers werden 2024 lieben


Chardonnay.

Mit einem beeindruckenden Säurerückgrat sind die Chardonnays aus der Côte de Beaune nicht nur geradlinig und trinkanimierend, sondern auch frisch und fokussiert. Eine aufregende Kombination aus tänzelnder Lebendigkeit, Zitrusfrüchten und präzisem Terroiraudruck. Anders als 2023 präsentieren sie sich nie üppig, exotisch oder breit.



Pinot Noir.

Der Umgang mit den Stielen war ein Thema für sich. Da viele Stiele ebenfalls von Mehltau befallen waren, verzichteten viele Produzent:innen bewusst auf einen gewissen Ganztraubenanteil. Die Weine zeigen sich aromatisch, filigran und leichtfüßig, mit feinem Gerbstoff. Blumige, ätherische Note sowie helle, rote Früchte stehen im Vordergrund. Gleichzeitig gibt es Weine, die uns mit einem hohen Ganztraubenanteil in Form von reifem Tannin, Präzision und Tiefe überrascht haben.


Ausblick.

Durch die katastrophal geringen Mengen in vielen Parzellen wurden einige Einzellagen gar nicht produziert oder mussten verschnitten werden. Auf die mengenmäßig großen Jahre 2022 und 2023 folgt ein Jahrgang, der auf vielen internationalen Märkten wohl kaum stattfinden wird. Ein Winzer erzählte uns, dass die Gesamtproduktion seines Bourgogne Pinot Noir in 2024 niedriger sei als die Zuteilung an nur einen seiner Importeure im Jahr zuvor. Wir sind dankbar für jede Flasche, die wir in Österreich anbieten können, da sie eine der wenigen verbleibenden Chancen darstellt, Weine in einem Stil zu genießen, der zunehmend verschwindet.


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