Eine Entdeckung aus den Bergen: Muraje
- Mathias Riepl
- 1. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Nebbiolo vom Rand der Alpen
Ganz im Norden des Piemont, wo die Berge ins Aostatal übergehen, liegt Carema - ein kleines, stilles Dorf, umgeben von steilen Terrassen, Mauern aus Granit und Reben, die sich an den Fels klammern.
Hier haben Deborah und Federico Santini begonnen, mit Geduld, Hingabe uns großer Ruhe alte Pergola-Weinberge wieder zum Leben zu erwecken - bepflanzt mit Nebbiolo (Picotener-Klon) und alten regionalen Sorten wie Neyret.

Über vierzig Parzellen werden auf nur 1,5 Hektar mit akribischer Handarbeit bewirtschaftet. Im Keller geschieht nur das Nötigste: spontane Gärung, lange Mazeration, Reife in gebrauchten Fässern, keine Schönung, keine Filtration.
Das Ergebnis sind Weine, die nichts verstecken - ehrlich, klar und unverfälscht. Nebbiolo mit Finesse, Präzision und alpischer Ruhe.

Alpiner Nebbiolo
2023 Lasú
Aus 50 Jahre alten Reben (60 % Nebbiolo, 35 % regionale Rotweinsorten wie Neyret, Ner d’Ala und 5 % Erbaluce) spontan vergoren, zwei Monate auf der Maische, danach ein Jahr in gebrauchten Fässern und Glasballons gereift.
Ein feiner, rotbeeriger Wein mit seidigem Gerbstoff und kühler Eleganz – leichtfüßig, präzise und mit gewisser Tiefe.
2023 Percia Rosato
Aus einer späten, strengen Selektion handverlesener Nebbiolo-Trauben, spontan vergoren, gereift in einem alten Barriques und Glasballons. Ein seltener Rosato mit zarter Aromatik, salziger Länge und Anklängen von Orangenzeste und Blutorange – leise, hell und bemerkenswert klar.
2022 Carema Sumié
Reiner Nebbiolo, zwei Monate Mazeration im Beton, danach gereift in gebrauchten Tonneaux und Barriques, bevor er nochmals im Beton ruht.
Warm und würzig, getragen von feinem Tannin, klarem Säurerückgrat und fleischiger Tiefe. Ein Nebbiolo, der Ruhe und Seriösität ausstrahlt und zugleich die raue, alpine Landschaft Caremas in sich trägt. Subtil, komplex und tief mit langem Nachhall.






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